VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0 (from 0 votes)

Das Fragen sich wohl viele in den letzten Tagen. Warum? Warum greift ein normaler Junge zu einer Waffe? Warum? Warum bin ich heute, an diesem Tag im Autohaus gewesen? Ich wollte doch nur ein Auto kaufen. Ich bin doch nur zur Schule gegangen, wie jeden Tag. Ich habe meinen Job gemacht, wie seit Jahren. Wer hätte das ahnen können?

Es tut mir wahnsinnig Leid was da geschehen ist in Winnenden am 11.03.09. Mein Beileid an alle Angehörigen der Opfer. Sie konnten nichts dafür.

Warum ist es passiert? War es weil er gehänselt wurde? Weil er nicht genug Aufmerksamkeit bekommen hatte? Fühlte er sich allein und wurde ihm nicht geholfen? Waren es wieder Computerspiele, die ihm dazu verleiteten? Oder hatte er einfach nur einen Psychischen Knacks?

Nachdem was ich gehört und gelesen habe müssen wohl alle Faktoren eine Rolle gespielt haben.

Kinder können grausam sein. Gehänselt oder nicht anerkannt zu werden in einer Klassengemeinschaft kann manche Charaktere richtig depressiv werden lassen. Gerade weil man sich vielleicht bemüht Anschluss zu finden und man wird missverstanden. Jeder hat doch schonmal erlebt, dass es in einer Klasse immer jemanden gibt der angesehen ist, mit dem alle was zu tun haben wollen und andere, die nur “nebenher laufen”. Selbst wenn man dann versucht Anschluss zu finden, wird man als Nachläufer abgestempelt. Es sind ganz banale Kleinigkeiten, die sich stapeln. Man tut und sagt Dinge, für die man ausgelacht wird oder schief angeschaut wird, obwohl man genau weiß, wenn dies jetzt vom Angesagtestem in der Gemeinschaft gekommen wäre, wär das was Tolles und besonderes gewesen. Dieses Gefühl frustriert.

Ich weiß nicht wie viel Aufmerksamkeit er bekam, ob man ihn vielleicht wegen seiner Tischtennis Fähigkeiten loben hätte können und Anerkennen können. Niemand kann Nichts und auch nicht Alles. Jeder sollte seinen Platz haben und ihn deswegen Achten für das was er kann. Oder nicht?

Von nicht geholfen werden kann hier wohl keine Rede sein. Wie ich hörte sind Lehrer hilfsbereit auf ihn zugekommen und haben ihm Hilfe angeboten. Wie will man jemandem helfen, der diese Hilfe nicht annimmt? Wie? Da habe ich leider keine Antwort für. Man kann nur helfen, wenn Hilfe akzeptiert wird. Nur dann macht Helfen Sinn. Und wer diese Angebote nicht akzeptiert und sagt es würde nichts gemacht aktiv, dann kann ich das nicht verstehen.

Es ist natürlich leicht, alles auf Computerspiele zu schieben. Von einem Klassenkameraden ist berichtet worden, dass er wohl sehr viel (ich will nicht sagen fanatisch) Counter Strike gespielt haben muss. Selbst in der Schule. Klar, wenn der Informatik Unterricht keinen Spaß macht? Aber warum ist ein Schulnetzwerk nicht von Spielen geblockt? Das muss nicht sein. Aber war es wieder dieses Spiel? Ich weiß nicht was ich glauben soll. Ich persönlich spiele auch viel, aber dieses Spiel gefällt mir nicht, weil es mich irgendwie depressiv macht. Ich kann es nicht, spiele zwei Runden und kann mit meinem tag nichts mehr anfangen weil ich so eine unmotivierte Leere in mir spüre. Das ist mein Gefühl, und das mag bei den vielen tausend Spielern natürlich nur wenigen so ergehen, sonst würde diese Spiel nicht so sehr gespielt werden. Andere sagen, wenn man CS Spieler über einen Kamm scheren will, dann bekomme ich zur Antwort:”Jeder isst Brot!”. Na super, wobei ich sagen muss, dass Brot ein echt erschreckendes Gewaltpotential in sich trägt. Wenn es drei Tage offen rumliegt, könnte das echt gefährlich werden! Vielleicht war es aber einfach nur der Anstoß zur Lösung. Ich wehre mich aber dagegen, dass das Spiel die meiste Schuld trägt. Und selbst wenn es verboten würde, mal ehrlich, die Kinder spielen es dennoch, denn irgendwoher bekommen sie es auf ihre Festplatte. Wenn nicht öffentlich, dann heimlich! Und das ist bekanntlich noch verlockender.

Ein psychicher Knacks? Ja. In diesem Fall definitiv nicht abzuwenden. Aber wenn man weiß, er ist in Psychatrischer Behandlung, wie soll man sich nun richtig verhalten? Sonderstatus, im Sinne von Anerkennen aus Zwang? Nun wüsste ich nicht ganz, wie ich mich verhalten sollte, denn ich denke es wäre auch ein großer Fehler nicht offen genug zu diesen Kindern zu sein. Es wäre falsch sich zu verschließen und diese abzugrenzen, nur weil man angst hat er könne sich zu einer Gewalttat bewegen. Und unterstellen sollte man das schon gar nicht, sonst könnte der Trotz zum Verhängnis werden. Nein, nicht abgrenzen, denn sonst begehen wir wieder den selben Fehler! Integriern! Spaß haben! Zusammen! Ich kann nicht verstehen wie man sich mit 17 für so etwas entscheiden kann und meint man sei schon so kaputt. Man fängt doch gerade erst an zu leben! Nichts kann so schlecht sein, dass es nicht auch eine Gute Seite hat. Es gibt so so viele tolle Sachen die man machen kann, erleben kann und sehen kann. Geht hinaus, und (er-)lebt! Die Welt ist doch so schön und wir dürfen leben! Ich bitte jeden einmal in sich zu gehen und sich zu überlegen was wir doch alles haben. Für welche Gründe auch immer, sind diese es Wert sein und das Leben anderer zu beenden? Für Immer? Träume und Beziehungen zu zerstören? Wie sollen die Kinder, die Glück hatten, und die Lehrer, im Grunde alle, die daran beteiligt waren weiterleben? In Angst? Wegen so einer Tat ändert man sich nicht in die Richtung, dass man eher hilft, sondern man wird vorsichtiger. Leben werden brutal und schockierend plötzlich verändert oder gar ganz beendet. Es gibt auch andere Wege. Da bin ich mir sicher! Und wenn mal ein Lebensabschnitt kommt, der nicht so gut läuft, bald ist auch dieser vorbei und jeder Tag kann schöne Veränderungen bringen und plötzlich ist man Glücklich.  Also was tun? Weiteratmen!

In Trauer

Rob